Freitag, 25. Mai 2018

Neue Datenschutzverordnung - was mache ich mit euren Daten?

Meine lieben alternativen Menschen!

Und wie sollte es anders sein, auch kleine Blogger wie mich, die weder finanziellen Nutzen aus ihrem Blog ziehen, noch persönlich Nutzerdaten für sonstwas systematisch erfassen, trifft sie nun: die neue Datenschutzverordnung, welche ab heute rechtens ist.

Victor und ich haben unser Bestes gegeben, um euch umfangreich über dies aufzuklären: Unter dem neuen Reiter "Datenschutzerklärung" findet ihr alle weiteren Informationen. Da Blogger ein von Google betriebener Service ist gilt - kurz gesagt - alles, was Google euch auch schon gesagt und in seiner eigenen Datenschutzerklärung geschrieben hat. Trotzdem möchte ich euch nochmal darauf aufmerksam machen.

Auch einen neuen "Kontakt und Impressum" - Reiter findet ihr nun, aus den selben Gründen.

Und nun noch kurz etwas anderes:
In letzter Zeit ist es hier realtiv ruhig geworden, was natürlich Gründe hat. Bald werde ich euch davon in Kenntnis setzen, mein Inner Circle weiß sicherlich schon, wovon ich rede ;)

Bis dahin, meine Lieben:
Cheerio and stay different!

Eure




Mittwoch, 25. April 2018

Konzertreview: Lebanon Hanover - Selofan - Suir. Frankfurt: Das Bett, 20.04.2018

Meine lieben alternativen Menschen!

Es war mal wieder soweit: ein Konzert im Bett stand in meinem Kalender. Eines, auf das ich mich schon seit langer Zeit sehr gefreut habe: 


Im Franfurter "Das Bett", eine Location, die ich wirklich gern besuche (kleiner Tipp am Rande), gaben sich Lebanon Hanover die Ehre. Dem einen oder anderen aufmerksamen Leser meines Blogs wird nicht neu sein, dass ich diese Formation ganz besonders schätze. Und es war schon viel zu lange her, dass ich sie Live erlebt habe, genau genommen war das im Februar 2017 (zur Konzertreview hier entlang).
Nun gab ein neues Album wieder einmal Anlass für eine Tour: Let Them Be Alien erschien vor kurzem im griechischen Label Fabrika Records. Daher musste man mich nicht lange bitten: auf nach Frankfurt!


Diesmal gab es gleich zwei Vorbands: Die Label-Kollegen Selofan und die Frankfurter Formation Suir begleiteten diesen Abend ebenfalls. Beide hatte ich zugegebenermaßen vorher nur so halb auf dem Schirm. Einfach mangels Zeit. Ihr kennt das: unsere digitale Welt ist so voll an Überangebot... sensible Menschen, wie ich es nun einmal bin, sind da schnell überfordert und greifen auf Altbewährtes zurück. Daher bin ich immer froh, wenn ich auf Konzerten Musik entdecke, wie diese. Beide Vorbands waren absolut nach meinem Geschmack, von beiden musste gleich mal eine CD her. 

Suir eröffneten den Abend mit ein wenig Verspätung. Die Male-Female Zweier-Kombo mit ihrem kühlen synth/wave/minimal/ambient Sound mit Gitarreneinsprengseln, die angeben, von Klassikern wie The Jesus and Mary Chain oder The KVB in ihrem Schaffen beeinflusst worden zu sein, hatten mich ziemlich schnell begeistert. Und auch der Rest des Publikums schien diese Eröffnungskombo ziemlich gut aufzunehmen. 




Weiter ging es dann mit der griechischen Formation Selofan. Ich denke, einigen von euch werden sie schon bekannt sein, haben sie ihr erstes Album doch bereits 2013 veröffentlicht. Auch bei ihnen handelt es sich um eine Male-Female-Kombo, bestehend aus Dimitris Pavlidis und der wunderbar extravaganten Joanna. Mit ihren sowohl auf Griechisch als auch auf Englisch und Deutsch verfassten Songtexten und den düsteren wave und minimal Sounds rissen sie das Bett-Publikum absolut mit. Und was soll ich sagen: Mich natürlich auch. Jeden Tag läuft seither ihr neuester Tonträger Vitrioli bei mir rauf und runter. True love meinerseits und eine absolute Empfehlung an euch, vor allem, wenn ihr den Sound von Lebanon Hanover mögt.







Und nun zum Headliner des Abends: Lebanon Hanover. Ich kann euch gar nicht so viel dazu schreiben: Ich liebe diese Formation, ich liebe es, Larissa und William zu zu schauen, ich liebe ihren Sound, ich liebe ihre Texte. Absolute Identifikation. Sixteen-Years-Old-Fangirl-Mina. Eine Bewertung der Leistung erfolgt hier also offenbar absolut objektiv ;) Es war toll. Wie immer. Die neuen Songs auf der Bühne präsentiert zu erleben, das Publikum absolut - ja für Goth-Verhältnisse schon fast ausflippen zu sehen. Einfach ein wunderbares Erlebnis. Besonderes Schmankerl war während der Show wohl auch die Saxophon- Einlage von Dimitris Pavlidis (Selofan). Muss ich erwähnen, dass das neue Album sofort in meiner "Einkaufstasche" landete? Neben Pins, Buttons, Shirts ... reden wir nicht weiter drüber.



 
 
Ich muss ja gestehen, dass ich mich bei Lebanon Hanover und dazu noch als studierte Medienwissenschaftlerin immer ein bisschen schäme, mitzufilmen oder Bilder zu machen. Wer die Songs von Lebanon Hanover kennt, weiß vermutlich auch, wieso. Und wer ein paar medienwissenschaftliche Theorien kennt oder einfach in der Lage ist, seinen Menschenverstand zu benutzen, weiß vermutlich auch warum. Und wenn ich mich auf Konzerten so umschaue, ist es schon extrem, in wie viele Bildschirme geschaut wird, statt sie unabgelenkt live mit zu erleben. Aber was sollen ich sagen? Irgendwie möchte ich ja doch ein bisschen was festhalten. Für mich. Und für euch.

Das war meine kleine persönliche Kozertreview für euch. Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig unterhalten oder einen heißen neuen Tipp geben?

Cheerio and stay different!
Bis bald.
Eure


Dienstag, 3. April 2018

Memento Mori: Rosenkranz aus dem Antikmarkt

Meine lieben alternativen Menschen!

Heute habe ich seit langer Zeit mal wieder einen besonderen Fund für euch: Diesen Memento-Mori-Rosenkranz aus Holz. Gefunden habe ich ihn bei einem Streifzug durch die Frankfurter Hinterhof- Antik- und Flohmarktläden.


Was an diesem Fund besonders ist, fällt sofort auf: es handelt sich nicht um einen gewöhnlichen Rosenkranz: Schaut euch diese detailierte Schnitzerei des Totenschädels an. Eine wunderschöne feine Arbeit. Leider kann ich euch nicht sagen, aus welchem Jahrzehnt das Teil stammt, aber offensichtlich ist es schon etliche Jahre alt. Schätzen würde ich den Rosenkranz auf die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ein Würmchen hat sich an ihm wohl auch schon einmal gütig getan, was alles nur charmanter macht.



Einer Legende nach soll der Rosenkranz in seiner heutigen Form Anfang des 13. Jahrhunderts entstanden sein und geht auf den Heiligen Dominikus zurück, welcher ihn als Gründer des Dominikanerordens dort als Gebetskette eingeführt hat. Tatsächlich geht man jedoch davon aus, dass ähnliche Gebetsketten schon im frühen Mittelalter gebetet wurden und sich nach und nach zum heutigen Rosenkranz mit seinen 59 Perlen entwickelten. Rosengewächse stehen in der Katholischen Kirche für die Mutter Jesu, daher der Begriff Rosenkranz, der im 15. Jahrhundert erstmals für die Gebetskette verwendet wurde (vom lateinischenWort Rosarium, also Rosengarten).


Häufiger findet man einen Totenkopf als eine der Perlen des Rosenkranzes, die dem Betenden eine Orientierung bieten sollen. Selbstverständlich stehen sie jedoch auch als Memento Mori, "Bedenke deine Sterblichkeit". In der Katholische Kirche bezieht sich diese "Warnung" selbstverständlich auf das Leben, welches du nach deinem Tod führen wirst: bedenke, dass nach deinem Tod die Taten deines irdischen Lebens bewertet werden und über dich gerichtet wird. Wundert es jemanden, dass die Goth-Szene sich diese Symbolik angeeignet hat?


Der Rosenkranz, häufig mit einem Kruzifix am Ende baumelnd, findet sich nicht selten um den Hals des ein oder anderen Gruftis wieder. Häufig war dies meinem Empfinden nach in den 90er Jahren zu beobachten. Und ja, auch ich habe selbstverständlich einen gehabt, den ich gerade in meiner Baby-Bat-Zeit und in den frühen 20ern häufig ausgeführt habe. Neben weiteren Symboliken, wie dem Ankh oder auch dem Pentagramm, ist der Rosenkranz aus der Szene kaum wegzudenken. Deswegen aber natürlich nicht jedergoths Geschmack.



Meine Lieben, das war es nun für mich heute. Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig inspirieren und unterhalten. Und das Internet nach langer Zeit mal wieder ein wenig mit Content füllen.



Bis zum nächsten Post.
Eure








Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Ikonografisches_Heiligenattribut
https://de.wikipedia.org/wiki/Rosenkranz
https://www.thecathwalk.de/2016/09/23/totenschaedel-im-rosenkranz-alles-ok/
http://cms.vivat.de/themenwelten/glauben-im-alltag/symbole-devotionalien/rosenkranz-bedeutung-ablauf.html

Sonntag, 14. Januar 2018

Vinylporn: Anathema - The Silent Enigma 2017

Meine lieben alternativen Menschen!

Heute haben wir ein wenig Vinylporn für euch. Einfach, weil wir euch diese Neuerwerbung für unser Schallplattenregal nicht vorenthalten möchten. Warum wir? Weil es sich hier sozusagen um einen kleinen Gemeinschaftseintrag von Victor und mir handelt.

Peaceville Records, ein Label, das vornehmlich mit Doom Metal Bands wie Candlemass, Paradise Lost, My Dying Bride, Katatonia und Anathema große Erfolge feierte, aber auch beispielsweise Darkthrone, Cradle of Filth, Behemoth oder At the Gates unter Vertrag hatte, feiert gerade sein 30jähriges Bestehen. Dafür werden einige Veröffentlichungen neu in einer speziellen Vinyledition herausgebracht. 

Im Zuge dessen wurde am 15. Dezember des vergangenen Jahres auch Anathemas zuerst 1995 erschienenes zweites Studioalbum The Silent Enigma als Vinyl neu veröffentlicht, das (sicher nicht ganz zufällig) eines von Victors absoluten Lieblingsalben ist. Und das vegangene Weihnachten bot natürlich eine ausgezeichnete Gelegenheit, sich dieses ästhetische (und selbstverständlich auch musikalische) Meisterwerk zu zu legen. Seht es euch an!




Die Vorderseite ziert das Gemälde "The Lady in Milton's Comus" von Joseph Wright, der es 1785 im Stil der Romantik malte. In diese Phase fällt übrigens auch die Veröffentlichung der ersten Gothic Novel, "Das Schloss von Otranto" (1764) von Horace Walpole. Die Wahl fiel sicher nicht zufällig auf dieses Bild, denn auch Musik und Texte auf dem Album spielen mit Themen und Versatzstücken, die in der Romatik populär waren. Anathema gelten nebenbei bemerkt zusammen mit ihren Labelkollegen  My Dying Bride und Paradise Lost  (die "Peaceville Three" oder "Big Three") auch als wesentliche Mitbegründer des Gothic Metal-Genres, indem sie Einflüsse aus Gothic und Darkwave in den Metal integrierten.



Die Rückseite der Platte ziert eine Aufnahme des als Barnard 33 katalogisierten Pferdekopfnebels im Sternbild Orion. Das rote Leuchten stammt vom Wasserstoff hinter dem Nebel, der vom Stern Sigma Orionis angeregt wird. Ein atemberaubendes Bild, ganz im Einklang mit dem Bombast, den die Platte auch musikalisch verströmt.





Das soll es für heute gewesen sein. Und übrigens: Frohes Neues und so. Auf ein weiteres gemeinsames nettes Jahr.

Cheerio and stay different!
Bis dahin, meine Lieben!


 & Victor von Void

Sonntag, 31. Dezember 2017

Jahresrückblick: Meine Top 3 Musikalben

Meine lieben alternativen Menschen!

Und schon wieder ist ein Jahr rum. Und schon wieder ging es verdammt schnell. Zum Jahresende ist es wohl mal Zeit für einen kleinen Rückblick. Und zwar einen musikalischen: ich möchte euch meine Top 3 Musikalben des Jahres vorstellen:



Clan of Xymox - Days of Black

Die niederländischen Dark Waver von Clan of Xymox beglückten ihre Anhänger (also mich) am 31. März diesen Jahres nach dreijähriger Wartezeit wieder mit einem neuen Werk: Days of Black (Trisol/Soulfood).


33 Jahre Bandgeschichte stecken hinter dieser Formation; 33 Jahre haben sie die Szene musikalisch geprägt. Kopf und Wahl-Leipziger Ronny Moorings kann wohl zweifelsohne als Szene-Urgestein betrachtet werden. Und so ist auch das neue Album erneut ein absolutes Meisterwerk, welches die Atmosphäre einer schwarzen Subkultur perfekt einfängt und wiederspiegelt: düstere Post-Punk-Riffs, treibender Synth Sound und nachdenklich stimmende Lyrics, unverkennbar und einprägsam. Besonders häufig auf Repeat bei mir übrigens Track 11: "Your Kiss".

Selbstverständlich kann man sich das ganze Album auch schon auf der roten Videoplattform anhören/schauen. Über ein wenig (finanzielle) Unterstützung würden sich die Künstler allerdings sicherlich auch freuen ;).



Diary of Dreams - hell in Eden

Und auch eine weitere Formation, deren Klänge ich seit etlichen Jahren lausche und mit deren Lyrics ich mich immer stark identifizieren kann, erfreute mein Fanherz in diesem Jahr mit einer neuen Veröffentlichung: am 06.10.2017 erschien das neue Studioalbum von Diary of Dreams: hell in Eden (Accession/Indigo).


Eine Reduktion des Albums auf die im ersten Moment sehr offensichtlich erscheinende Anlehnung an religiös motivierte Thematiken durch die Titelwahl ist unmöglich. Man beachte den orthografischen Hinweis, der sich in "hell" versteckt. Aber ich möchte nicht zuviel verraten. Hören und verzaubern lassen. Düstere, bedrückende und nachdenklich stimmende Elektronik ganz im Stil der Band um Adrian Hates. Auf jeden Fall ein Muss für alle bereits Angefixten da draußen und ein guter Einstieg und musikalischer Querschnitt der Formation für Erstlinge.

Hier ein kleiner auditiovisueller Einblick in das Album: "Hiding Rivers", veröffentlicht auf dem offiziellen YT-Kanal der Formation. Auch optisch ein Hingucker: eine professionelle Videogestaltung ist offensichtlich. Im übrigen ist dieser Song auch einer meiner absoluten Favoriten des Albums.


Da ich momentan kaum zu Bandvorstellungen oder Konzertreviews komme, an dieser Stelle: vor gar nicht allzu langer Zeit habe ich Diary of Dreams auch mal wieder live bewundern können; diesmal im Mannheimer MS Connexion Complex. Eine ganz große Empfehlung von mir an euch: schaut sie euch an, wenn sie in eurer Gegend sind. Live ein absolutes Erlebnis. In meinem Bekanntenkreis tummeln sich auch einige Mitmenschen, die mit elektronischen Klängen nicht ganz soviel anfangen können und denen meist ein paar "ordentliche Gitarrenriffs" fehlen. Nehmt sie mit. Sie werden überrascht sein ;)


Lebanon Hanover - Tomb for Two

Die meisten von euch werden sich jetzt sicherlich denken, was dieses Album hier soll, schließlich veröffentlichten Lebanon Hanover das Tomb for Two Album bereits 2013! Richtig. Aber nicht für Mina. ICH habe dieses Meisterwerk erst in diesem Jahr für mich entdeckt. Und zwar, als ich im Februar ein Konzert des Duos besuchte und das Album direkt danach erst in meiner Tasche und dann, auf dem Heimweg, in meinem Autoradio landete.


Zuallererst: was für ein wunderschönes Cover. Jedesmal wieder denke ich mir: wow! In unserem CD-Regal springt es sofort ins Auge: die doch vergleichsweise farbenreiche Covergestaltung fällt auf. Und doch so wunderbar melancholisch. Ich liebe es.

Und musikalisch? Was soll ich sagen: ausnahmslos jeder Song dieses Albums lässt mein Herz höher schlagen: der zugegebener Maßen in Clubs bereits totgespielte "Gallowdance", "Sadness ist Rebellion", und auch besonders "I Believe you can Survive"... Dieser Song spricht mir so aus der Seele, daher dieser auch an dieser Stelle als Einblick für euch:




Darklings, das soll es nun von meiner Seite für dieses Jahr gewesen sein! Welche musikalischen Highlights hielt denn 2017 für euch bereit? Ich bin sehr gespannt und immer für Tipps zu haben: gern in die Kommentare.

Und auch im neuen Jahr: cheerio and stay different!
Eure



Mittwoch, 8. November 2017

Kleine geile Nonne? Wenn Kapitalismus sich die Goth-Subkultur einverleibt - und alle machen mit!

Meine lieben alternativen Menschen!

Ich weiß, ich weiß... manchmal bin ich ein kleiner schwarzer Negativ-Schlumpf. Und ich warne euch vor, dieser Post wird kein Lobgesang auf die Schwarze Subkultur, wohl eher ein Klagelied. Aber was raus muss, muss nunmal raus. Und Goth sei Dank leben wir im Blogzeitalter. Also: auf geht's.

Vor gar nicht allzu langer Zeit bin ich aus meiner Heimat im Norden NRWs ins Rhein-Main-Gebiet, genauer gesagt nach Südhessen, gezogen. Was das bedeutet? Allerlei Veränderungen selbstverständlich. Bezogen auf das subkulturelle Leben bedeutet es beispielsweise, dass man sich neue Veranstaltungen und Möglichkeiten suchen muss, um seine - ich nenne es jetzt mal "Szenezugehörigkeit" - zu zelebrieren. Sprich: ich musste mich mal über das subkulturelle Angebot der Umgebung schlau machen. 

Am allerbesten geht dies natürlich mit Hilfe von lieben Mitmenschen, die die eigenen Vorlieben kennen, bestenfalls teilen und Veranstaltungen empfehlen können. Aber ist man wie ich ein eher introvertierter Mensch, gestaltet sich dies häufig nicht so einfach mit den lieben Mitmenschen aus der Umgebung, die man ja auch erstmal kennen lernen muss. Also checkte ich ausgiebig das WWW. Und ja, leider bietet Facebook, als mein Soziales-Hass-Liebe-Netzwerk, hier die einfachsten Möglichkeiten: schnell mal nach "Schwarzen Gruppen" in der neue Heimat gesucht, findet man hier auch ganz schnell Ausgeh- und Veranstaltungstipps, die man der Reihe nach mal abchecken sollte. Mein Fazit: was man da teilweise sehen muss, grenzt an Körperverletzung. Aber mal auf Anfang.

Natürlich geben häufig Flyer und Internetseiten der jeweiligen Veranstaltungen schon einmal einen ersten Eindruck, was den freudigen Besucher dort erwarten wird. Sehe ich leicht bekleidete Mädels, die in ihren neonfarbenen Cypergoth-Outfits ihre Plastik-Spielzeugpistolen in das Objektiv halten, weiß ich beispielsweise: nicht meine Veranstaltung. Ähnliches gilt übrigens auch für Ladies in Lackcatsuits, die statt der Plastik-Spielzeugpistole lieber Plastik-Körperteile gen Linse drücken. Abgesehen vom offensichtlichen visuellen Anreiz steht aber auch oft schon dabei, was musikalisch zu erwarten ist.
Versteht mich nicht falsch - alles hat irgendwo seine Berechtigung - aber vielleicht nicht alles unter dem Deckmantel der Goth-Subkultur. Wo hört sie auf, was gehört dazu, was nicht? Eine andere Diskussion, bei der vermutlich jeder eine andere Position einnimmt. Allein schon die unsagbar vielen musikalischen Mischformen machen es sicherlich schwierig, hier irgendetwas zu "entscheiden", und prinzipiell bin ich ja auch eher gegen eine "Du kommst hier nicht rein"-Mentalität, aber manche Sachen... wie gesagt, eine andere Diskussion. Dieses Faß möchte ich jetzt auch nicht auf machen, da ein Blog unter anderem über eine Kombination aus Goth- und Vintagestyle sicherlich auch dem ein oder anderen aufstößt. Aber gut. Hier geht es um meine Meinung zu dem Ganzen und ich weiß, dass ich mich auf einer Veranstaltung, auf welcher größtenteils Aggrotech oder Cyberkram gespielt wird, als Schwarzmenschin, die doch größtenteils gitarrenlastigere akustische Bespaßung oder waveigere Klänge vorzieht, nicht wohlfühlen werde.

Nun gibt es aber auch sog. "gemischte Veranstaltungen". Da geht man dann doch mal hin, man muss sich ja selbst mal ein Bild machen. Aber ganz ehrlich - und jetzt kommen wir zu dem, was mich zu diesem Post inspiriert hat - wenn ich manch einen Trailer von Veranstaltungen so sehe, möchte ich nicht einmal das:


Das ist der Trailer/Review-Film einer der größten schwarzen Veranstaltungen im Rhein-Neckar-Gebiet. Alles weitere könnt ihr dem Video oder Google entnehmen. Als Kleinstadt-Teen-Bat habe ich mir, als man noch nicht zu allem einfach ein YouTube-Video geschaut hat, in entsprechenden Zeitschriften den eine ganze Seite umfassenden Werbebanner dieser Veranstaltung angesehen und gedacht: man, da wäre ich gern mal. Da hatte ich noch keine Ahnung... :D Ich möchte jetzt auch gar nicht auf dem Club herumhacken (naja, vielleicht doch ein wenig), aber geht es nur mir so, oder fragt ihr euch auch, was das sein soll? Soll das die Goth-Subkultur sein? "Kleine geile Nonne - Warum bist du nackt?" (wie ich jetzt gelernt habe, ein Song der Formation Unzucht)? Dazu Menschen die abgehen, als seien sie auf Speed irgendwo in einem Technoschuppen? Und damit wird für eine schwarze Veranstaltung geworben? Sorry, aber ich finde es kaum zu entschuldigen (es sein denn, man ist 16 Jahre alt und eine BabyBat, die keine Ahnung von der tatsächlichen Subkultur hat, oder alternativ: man hat den IQ eines Wurstbrotes). Hier frage ich mich allerdings eher, welch (geistiges) Niveau diese Veranstaltung noch hat. Mir kommt es absolut albern vor (ist ja auch nicht so, dass Bands wie Agonoize dieses "Ich schockiere jetzt, indem ich mit vulgären Ausdrücken um mich werfe" vor 15 Jahren schon durch hatten - na gut, die machen's auch noch heute).
Vor ein paar Jahren war ich tatsächlich mal dort und habe es gar nicht als so dramatisch empfunden. OK, die Mainhall habe ich gemieden, weil zu erwarten war, dass dort doch eher der "Schwarze Mainstream" bedient wird. In der ein oder anderen kleinen schwarzen Ecke war die Musik auch dann gar nicht so verkehrt und die Leute ganz sympathisch. Vor ein paar Monaten habe ich dann die Lokation noch einmal aufgesucht, und war ziemlich entsetzt. Ein Minifloor (wirklich MINI - gefühlt 5 Quadratmeter groß), auf dem noch ein paar Schätze zu finden waren, der Rest war Party-Schwarze "Schlagermusik", wie im obigen Video zu sehen. Ballermann lässt Grüßen.
Natürlich hat die Gothic Subkultur auch seit jeher mit dem Brechen von Konventionen gespielt, um Abgrenzung zu erreichen. Sowohl Sexualität als auch Tod, Kritik an der Gesellschaft und religiösen Institutionen waren schon immer Thema. Klar -  aber plumper geht es bald nicht. Wo ist die Feinsinnigkeit hin? Die - ja ich möchte schon sagen "schwarze Aristokratie"?  Wo ist die anspruchsvolle Lyrik? Die düsteren berührenden Zeilen der Gesellschaftskritik, die mich einst so an dieser Szene fasziniert haben, dass ich irgendwann in ihren Bann gezogen wurde? Ich weiß, es gibt sie noch, vereinzelte Kleinode. Nur leider kaum noch bei "Szene"-Veranstaltungen zu bewundern. Ich weiß auch, dass es diese "plumpe" Form der "Schwarzen Unterhaltung" auch schon ewig gibt. Mir scheint es allerdings immer extremer, als ob die Schwarze Szene sich im Ausverkauf befindet: "Seht her! Hier ist sie, die Gothic-Subkultur! Offen für jedermann, der mal ein bisschen aus seinem Alltag ausbrechen möchte - hallo, Karneval, Schützenfest und Co! Kleine geile Nonne - zeig doch mal die Möpse" - No difference. Logische Konsequenz unserer kapitalistischen Gesellschaft? Vermutlich. In Zeiten des Clubsterbens zählt wohl vielen Veranstaltern nur noch die Einnahme. Und mit "Kleine geile Nonne" spricht man offensichtlich erschreckenderweise ein ziemlich breites "schwarzes" Publikum an.

Abschließend sei noch gesagt, dass es glücklicherweise die kleinen besonderen Veranstaltungen jenseits der dem Kapitalismus huldigenden schwarzen Mainstream-Großveranstaltungen noch gibt. Man muss sie nur finden. So war ich beispielsweise seeeeehr froh, die Mainzer Horror Highschool besucht und somit für mich entdeckt zu haben. Auch die noch ganz frische "Corona Negra" Veranstaltung in Darmstadt hat mir musikalisch sehr gut gefallen, allerdings wurden die ganzen arg betrunkenen bunten Stino-Studenten irgendwann doch sehr lästig. Als hätten sie noch nie eine Frau in Korsage aus der Nähe gesehen (was sie vermutlich auch nicht haben) - aber das ist eine andere Geschichte.

Und wer meinem Gedankensermon bis hierher gefolgt ist, möge mir doch bitte noch ein paar nette undergroundige Veranstaltungstipps in der Umgebung dalassen - ich denke aus meinem Post ist ersichtlich geworden, in welche Richtung es gehen sollte.

Me - Toilet Cam - @Horror Highschool

Meine lieben Mitschwarzmenschen, das soll es nun für heute gewesen sein.
Cheerio and stay different! Bis Bald!

Eure


Dienstag, 17. Oktober 2017

Abseitig: Das Randfilmfest 2017

Die Schwarze Szene wurde und wird nicht nur von Musik, Kunst und Literatur inspiriert, sondern auch das Kino und (Genre-)Filme hatten und haben immer wieder nicht nur in visueller sondern auch oft in konzeptioneller Hinsicht einen großen Einfluss, von den alten Horrorfilmen der 30er bis 50er Jahre bis zu Filmen wie "The Crow" oder den Werken von Tim Burton. Deshalb findet dieser Teil unserer Kultur natürlich auch in diesem Blog seinen Platz.

Dass Deutschland international nicht (mehr) unbedingt für seine blühende Filmindustrie bekannt ist und man bisweilen das Gefühl hat, dass hierzulande nur seichte Rosamunde-Pilcher-Filme und romantische Komödien (und gelegentlich ein Nazi-Film) gedreht werden, kommt nicht von ungefähr, wenn man sich Fernseh- und Kinoprogramm anschaut. 

Ich war, kaum verwunderlich, aus unterschiedlichen Gründen nie Fan des deutschen Films: sobald ich feststellte, dass ein Film aus Deutschland kam, schaltete ich ihn aus. Das hatte viel damit zu tun, dass ich nicht die ewig gleichen Gesichter sehen wollte, das over-acting  vieler gepriesener "Stars" meine Fremdschämschwelle deutlich überschritt, oder ich die belanglosen Geschichten, die dümmlichen Charaktere oder die einfallslose Kameraführung unerträglich fand. Mittlerweile weiß ich dank Mina, dass viele dieser Probleme von der Art und Weise herrühren, wie in Deutschland Filme gefördert und finanziert werden (oder eben nicht finanziert werden können, aber das zu erörtern würden diesen Post sprengen). 

Genre-Filme (also Horror-, Fantasy-, SciFi-, aber auch Cop- oder Milieu-Filme) aus Deutschland haben hier oft einen schlechten Stand, weil sie wegen mangelnder Massenkompatibilität und fehlendem Wohlfühlfaktor vermeintlich eine zu geringe Erfolgschance haben, daher nicht gefördert werden und erst recht nicht ins Kino kommen. Sie finden also praktisch nicht statt.

Doch auch hier werden solche Filme gedreht, oft mit minimalem Budget und ohne die gehypten Schauspieler: Filme, die Genres und Themen abseits des Mainstreams bedienen, Filme, die internationale Preise einheimsen, aber hier, wenn überhaupt, nur in Programmkinos laufen, Filme, die mehr Kreativität und Qualität zeigen, als die tausendste Marvel-Comic-Adaption oder das hundertste Star-Wars-Sequel mit ihren mehrstelligen Millionenbudgets. Glücklicherweise kann man solche Filme auf den oft von nur wenigen Film-Enthusiasten organisierten, manchmal geradezu winzigen Filmfestivals sehen.

Und so waren Mina und ich auf Minas Initiative hin kürzlich also beim Randfilmfest 2017 in Kassel.

Das Randfilmfest wird jährlich vom Randfilm e.V. veranstaltet, fand dieses Jahr zum vierten Mal statt und hat, wie es der Name schon nahelegt, das Ziel, (Genre-)Filmen am Rand oder abseits des Mainstreams eine Plattform zu geben. Natürlich werden bei einem solchen Festival nicht nur Filme gezeigt, sondern es gibt auch  Konzerte, Parties und Podiumsdiskussionen oder Gespräche mit Regisseuren und anderen Filmschaffenden. In diesem Jahr waren unter anderem Dominik Graf (einer der bekanntesten deutschen Regisseure und 10-maliger Grimme-Preisträger), Nikias Chryssos und Tarek Ehlail anwesend, Uwe Boll (der einige furchtbare aber offenbar finanziell erfolgreiche Computerspiel-Adaptionen, zum Teil mit sehr bekanten Hollywood-Größen gedreht hat) war per Skype zugeschaltet. 

Das Randfilmfest ist dabei von sehr überschaubarer Größe. Ich würde schätzen, dass zu jedem Zeitpunkt maximal 40 Personen anwesend waren. Das hatte aber den angenehmen Nebeneffekt, dass man immer wieder jemanden traf, mit dem man schon gesprochen hatte und weiter anknüpfen konnte und dass man selbst Größen wie Dominik Graf, die wie andere Besucher im Publikum herumstanden, sich ein Getränk kauften oder im Film hinter einem saßen, mal eben so ansprechen konnte. 

2017 hatte das Festival zwei Leitthemen: "Der politische Genrefilm" und "Deutsche Dystopien". Da in der Regel je zwei Filme parallel liefen und das Programm von vormittags bis spät nachts lief, mussten wir natürlich eine Auswahl treffen. Am Freitag Abend schauten wir uns daher erst "Volt" von Tarek Ehlail und danach "Night of the Living Dead" des kürzlich verstorbenen George A. Romero (über dessen Zombie-Filme und die darin verarbeitete Gesellschaftskritik Mina ihre Bachelorarbeit geschrieben hat) an.

"Volt" wurde 2014/2015 von Tarek Ehlail geschrieben und gedreht und geht von der Prämisse aus, dass die europäischen Staaten wieder ihre Grenzen hochgezogen haben. In sogenannten Transit-Areas, die mit Stacheldraht umzäunten Flüchtlingscamps ähneln, leben diejenigen, die nicht legal einreisen dürfen, bis sie eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten. Die Polizei, ein verschworener und trotz gemischter Herkunft ziemlich rassistischer Haufen, führt dort regelmäßig brutale Razzien durch. Bei einer dieser Razzien tötet ein Polizist mit dem Spitznamen "Volt" (Benno Fürmann) einen der Transits. In der Folge wird versucht, die Tat zu vertuschen und mögliche Zeugen zum Schweigen zu bringen. Doch Volt kommt damit nicht klar und versucht, das aus seiner Sicht Richtige zu tun...


Auf den ersten Blick eine recht konventionelle Geschichte, glänzt der Film mit der Zeichnung seiner Charaktere und der dystopischen Welt, in der die Polizisten in Gated Communities leben und schwer gerüstet gegen die Transits vorgehen. Interessant ist, dass der Film mit Einsetzen der Flüchtlingskrise Ende 2015 quasi von der Realität überholt wurde. Man bekommt teilweise das Gefühl, dass die Flüchtlingslager nach dem Vorbild der Transit-Camps im Film modelliert wurden.

Den Samstag begannen wir mit "Animal Farm" nach dem Roman von George Orwell, um danach "Der Bunker" von Nikias Chryssos zu schauen. In diesem Film mietet ein junger Student, der zurückgezogen und in Ruhe an einer Theorie arbeiten will, ein Zimmer in dem Bunker einer Kleinfamilie. Schnell werden jedoch einige seltsame Dinge sichtbar: der Sohn der Familie wirkt merkwürdig alt und wird mit rauen Maßnahmen erzogen, die Mutter hat eine sprechende Wunde namens Heinrich am Bein und der Vater der Familie schwankt zwischen übermäßig autoritärem Auftreten, unrealistischen Ambitionen und unangemessenen Freiheiten.   


Das Spielfilmdebut von Nikias Chryssos mischt bizarr-beklemmende Elemente mit surrealem Humor, bei dem einem das Lachen im nächsten Moment im Halse stecken bleibt, und lässt sich vielleicht am ehesten als Groteske einordnen. Er hat auf diversen Festivals Preise eingeheimst, war aber hierzulande im Kino kaum erfolgreich. Zu unrecht, denn in seiner Absurdität spiegelt der Film doch ganz reale Probleme auf eine sehr unterhaltsame Weise: kleinbürgerlicher Konservativismus gepaart mit übertriebenem Ehrgeiz, Gewalt in der Familie, psychische Auffälligkeiten und vieles mehr. Ein Film der Spaß macht, auch wenn (oder gerade weil) er manchmal in die düstersten Ecken menschlichen Verhaltens abtaucht.

Nachdem wir uns nach einer Podiumsdiskussion noch "Starship Troopers" angeschaut, sowie ein Konzert der Band Speed Chicken (Rock'n'Roll) und einen Teil des Konzerts der Band Gewalt (Noisepunk) angeschaut hatten, strichen wir die Segel und machten uns auf den Weg ins Bett. 

Da wir Sonntag auch wieder den Heimweg antreten mussten, beschlossen wir, schon vormittags wieder am Spielort einzutreffen und uns wenigstens noch zwei Filme anzuschauen: "Wild" von Nicolette Krebitz und die Dokumentation "Verfluchte Liebe deutscher Film" von Dominik Graf, welche der Frage nachgeht, warum es in den 70er Jahren in Deutschland so etwas wie eine Genre-Film-Tradition gab, die heute praktisch verschwunden ist. 

"Wild" handelt von einer introvertierten jungen Frau, deren Großvater schwer erkrankt im  Krankenhaus liegt (ihre Eltern sind offenbar schon seit ihrer Kindheit abwesend) und deren Chef sie schikaniert. Als sie auf dem Heimweg durch ein Waldstück einen Wolf sieht und kurz darauf ihr Großvater ins Koma fällt, beginnt damit eine Entwicklung, in deren Lauf ihr Leben zunehmend aus den Fugen gerät und sie die Fesseln und Konventionen ihrer bürgerlichen Existenz ablegt. 


Themen wie Machtstrukturen, Sexualität, Kommunikation und zwischenmenschliche Beziehung werden nicht mit den üblichen ausufernden, bedeutungsschweren Dialogen aufgearbeitet, sondern mit einer spannenden Geschichte in radikalen Bildern, die den Zuschauer herausfordern. Wie die anderen Filme auch hat dieser Film diverse Preise gewonnen und wurde im Feuilleton ausgiebig besprochen, lief aber im Kino unter dem Radar. 

Alles in Allem waren die Filme für mich überraschend gut und haben meine negative Meinung über deutsche Filme zumindest etwas gelockert und mich neugierig auf mehr gemacht. Das Erlebnis Filmfestival kann ich jedem, der auch Filme mag, die nicht mit einem Millionenbudget ausgestattet sind und nur mit ihrer Optik glänzen können, nur empfehlen. Dazu kommt, dass man interessante Filme sieht, die man oft weder im Kino noch bei den Streamingdiensten findet, noch dazu meist zu einem günstigeren Preis als das im Kino möglich wäre.

Freitag, 6. Oktober 2017

Live in concert: Here comes... The Vision Bleak!

Hallo, meine lieben alternativen Menschen!

Manchmal, aber nur manchmal, muss es eben Metal sein. Ja, auch bei mir. Na gut, Gothic Metal. Und so kam es, dass ich nach nunmehr 10 Jahren gemeinsam mit meinem Liebsten Victor und ein paar lieben Freunden wieder auf ein Konzert der Gothic/Horror-Metaler von The Vision Bleak gegangen bin. Und was soll ich sagen? Ich habe mich quasi 10 Jahre jünger gefühlt; im Timeloop, sozusagen.

The Vision Bleak, Mannheim 03.10.2017

The Vision Bleak, Mannheim 03.10.2017

Am vergangenen Feiertag gaben sich Tobias Schönemann, alias Allen B. Konstanz und Markus Stock, alias Ulf Theodor Schwadorf, im Zuge ihrer Cemetary Haunts Tour 2017 die Ehre und spielten im MS Connexion in Mannheim. Mit dabei waren gleich zwei nicht ganz unbekannte Vorbands: die Belgier Saille und die Mainzer Band Nocte Obducta (man könnte es fast Heimspiel nennen).

Cemetary Haunts Tour 2017, Tourposter

Beide Supports kann man wohl am ehesten im Bereich Black Metal verorten. Wer mich kennt weiß, dass ich nicht die größte Black-Metal-Hörerin bin, daher kann ich als dilettantischer Laie auf diesem Gebiet auch gar nicht so viel zu den Shows der Formationen sagen, außer - und das ist mal allgemein gesprochen - live ist es einfach etwas ganz anderes, als zu Hause im stillen Kämmerlein allein. Und damit habe ich mich mal wieder darin bestätigt gefühlt, einfach mal andere Dinge auszuprobieren, um dann festzustellen, dass es vielleicht doch gar nicht so schlecht ist. Fan werde ich vom reinen BM wohl niemals werden, aber mal so zwischendurch auf einem Konzert geht schon.

Nun aber zum eigentlichen Grund meines Besuches: The Vision Bleak. Das Bühnenbild ganz im Stil friedhöf'scher Horrorromantik gehalten, gaben die Jungs Klassiker und neues Material zum Besten, und spätestens, als die ersten Töne von Night of the Living Dead erklangen, fühlte ich mich wieder wie die kleine 20-jährige Mina, die - zugegeben ein wenig Groupie-like - gemeinsam mit ihrer lieben Freundin Ms. K. (mal zuzwinker an dieser Stelle ;) ) in der ersten Reihe stand. Und wer das nicht glauben will: im vergangenen Jahr habe ich mit euch im Zuge meines Post zu meinem Goth-Werdegang schon ein Foto geteilt, was dieses oben erwähnte 20-jährige Groupie zusammen mit den beiden Köpfen des Projektes zeigt. 
In Erinnerungen schwelgend (Ms. K.: PVC! FLUUUUU! ;) , Sorry, ein Insider), genoss ich also den Abend, und hier vor allem die Klassiker. Aber auch das eine oder andere neue Lied konnte durchaus meine Aufmerksamkeit erhaschen. Ihr merkt vielleicht, ich bin total voreingenommen, ist so ein Jugend-Prägungsding, glaube ich, aber es war schon gut. Was mich ein wenig überrascht hat: die Veranstaltung war relativ seicht besucht. Ok, es war Feiertag und die Meisten von uns mussten wohl am nächsten Tag früh wieder funktionieren. Trotzdem hat es mich erstaunt, bekommt man Szene-Schwergewichte wie Nocte Obducta (die, wie bereits erwähnt, fast Heimspiel hatten) und The Vision Bleak doch auch nicht alle Tage und das für echt annehmbare Ticketpreise zu sehen, und das Konzert hat ja auch nicht in Kleintownshire irgendwo in MeckPom stattgefunden (vielleicht wäre es dort sogar besser besucht gewesen, weil kultureller Überdruss nicht so hoch). Ist das das berühmte Konzert-/Clubsterben, von dem man immer hört? Leute, echt? Geht mal vor den Bildschirmen weg und supportet eure Lieblingskünstler! Dafür bekommt ihr dann auch einiges geboten, was euch Audioaufnahmen oder YouTube nicht annähernd bringen können! So, das Wort zum Sonntag, genug Appell.

Für das eine oder andere Foto für euch hat es auch gereicht, wenn auch nur Handy-Qualität, das übliche Problem.

The Vision Bleak, Mannheim 03.10.2017

To Ms. K.


The Vision Bleak, Mannheim 03.10.2017

The Vision Bleak, Mannheim 03.10.2017

Was ich bei The Vision Bleak schon immer besonders gemocht habe - fleißige Leser meines Blogs wird es nicht überraschen - ist der Bezug zum alten Horrorkino und zur Gothic Novel, die Reise in vergangene Zeiten, als vieles noch mysteriös und unerklärlich und somit unheimlich war: Night of the Living Dead - eine Hommage an den gleichnamigen Film des kürzlich verstorbenen Kultregisseurs George A. Romero (Vater des modernen Zombiefilms), The Lone Night Rider - Schreckensgestalt deutscher Volkssagen, Kutulu! - H.P. Lovecrafts krakenartiger manifestierter Alptraum so manches Träumers des frühen 20. Jahrhunderts, oder auch Carpathia - als Huldigung jener osteuropäischen Gebirgslandschaft der Walachai, deren bekanntester Bewohner wohl Vlad III Draculea, Vorbild für Bram Stokers Dracula, war, seien an dieser Stelle mal auszugsweise genannt. Aber gut, dabei belassen wir es nun, dies soll ja kein Eintrag über TVB Songs und Songtexte werden.

Das war mein kleiner Konzerteinblick für euch. Und wer dann doch mal vom Sofa hoch und das Liveerlebnis genießen möchte: noch läuft die aktuelle Tour! Die Dates und Locations könnt ihr der oben von mir verlinkten Homepage der Formation entnehmen.

In diesem Sinne: cheerio and stay different!

Eure

 


-->